Angebotsuntersuchung G37 – Bildschirmarbeitsplätze

Die G37 Untersuchung ist eine Angebotsuntersuchung, d.h. der Arbeitgeber muss diese Untersuchung anbieten, der Beschäftigte muss sie jedoch nicht annehmen.

Sinnvoll ist die G37-Untersuchung vor Beginn der Tätigkeit durchzuführen, weil es sich nicht nur um eine reine Untersuchung handelt, sondern gleichzeitig auch eine Beratung durchgeführt wird. Dies ist im Sinne des Präventionsgedankens wichtig. Danach gibt es die Empfehlung alle 5 Jahre eine Folgeuntersuchung für unter 40 jährige anzubieten. Erst ab einem Alter ab 40 + sollen die Intervalle auf 3 Jahre verkürzt werden. Selbstverständlich gibt es auch früher die Möglichkeit, wenn es einen Anlass dafür gibt.

Wer darf die arbeitsmedizinische Untersuchung durchführen?

Die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen dürfen Arbeitsmediziner oder Fachärzte für Betriebsmedizin durchführen. Der Sehtest selbst kann durch eine fachkundige Person angeboten werden.

Was beinhaltet die G37 Untersuchung?

Zur Untersuchung zählt die Erfassung allgemeiner Parameter, die in der Regel jede ärztliche Routineuntersuchung mit sich bringt. Hinzu kommt ein Gespräch, in dem die Arbeitsplatzgestaltung vom Arzt erfasst wird. Nachdem die Untersuchung als solches vorbei ist, findet eine Beratung statt, die mögliches Verbesserungspotential aufzeigt. Wenn es erforderlich ist, kann der Betriebsarzt bzw. die Fachkraft für Arbeitssicherheit den Arbeitsplatz vor Ort anschauen und eine Optimierung vorschlagen. Oftmals kann schon mit kleinen Maßnahmen eine Verbesserung erreicht werden.

Worin besteht das Problem bei Bildschirmarbeitsplätzen?

Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass das Sehvermögen durch die Bildschirmtätigkeit geschädigt wird. Problematisch sind Arbeiten an Bildschirmen, wenn vorhandene Sehschwächen nicht korrigiert werden. Nicht jeder, der Probleme mit der Akkomodation zwischen Nähe und Ferne hat, weiß davon und reagiert entsprechend. Besonders im Zusammenhang mit unzureichender Beleuchtung und anderer suboptimaler Gestaltung des Arbeitsplatzes, steigen die Belastungen für die Augen und für den Schulter- und Nackenbereich. Die schwierigen Sehbedingungen werden meist unbewusst durch Ausgleichsbewegungen und Fehlhaltungen kompensiert. Neben Beschwerden im Muskel-Skelett-System können auch tränende und brennende Augen, sowie Kopfschmerzen und Flimmern beim Sehen, die Beschäftigten quälen. Schmerzen in den folgenden Körperregionen sollten Anlass geben, den Arbeitsplatz und das Sehvermögen der Mitarbeiter genauer anzuschauen: Halswirbelsäule, Schultergürtel, Unterarme, Lendenwirbelsäule und Hände.

Dabei besteht ein direkter Zusammenhang mit der Dauer der Tätigkeit.

Natürlich bedeutet das nicht, dass Beschwerden in den genannten Bereichen immer mit einer ergonomischen Gestaltung und ggf. mit einer Brille verändert werden können. Es können auch andere ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken. Doch oftmals sind es Probleme, die sich mit kleinen Maßnahmen lösen lassen.

Um zu Differenzieren, ob es eine körperliche Krankheit oder tatsächlich „nur“ um eine falsche Einrichtung des Arbeitsplatzes geht, ist die Untersuchung beim Arbeitsmediziner hilfreich.

Was muss der Arbeitgeber zahlen?

Der Arbeitgeber muss die Kosten der Angebotsuntersuchung tragen. Sollte der Betriebsarzt bzw. Arbeitsmediziner einen Besuch beim Augenarzt für notwendig erachten, muss der Arbeitgeber diesen Besuch ermöglichen. Sofern eine Brille erforderlich ist, wird das Gestell von der Krankenkasse bezahlt. Die Gläser sind nicht mehr im Leistungskatalog der Krankenversicherungen enthalten. Allerdings dürfen Kosten nicht auf den Arbeitnehmer umgelegt werden, wenn die Arbeits- bzw. Hilfsmittel erforderlich sind, um die Tätigkeiten im Sinne der Gesundheitsprävention durchzuführen. Aus diesem Grund trägt der Arbeitgeber die Kosten für die Gläser der Bildschirmarbeitsplatzbrille. Das Ergebnis der Untersuchung erfährt der Arbeitgeber nicht. Dieser wird lediglich darüber informiert, dass die G37 Untersuchung durchgeführt wurde..

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